ARCHITEKTURDINNER

Wann schmecken Variationen vom Bachsaibling an Saiblingskaviar, Frisée, Guacamole, Brotchip und Yuzucreme am besten? Natürlich wenn sie auch noch mit Architektur- Schmankerl angereichert sind! Kein Wunder also, dass es am 12. Oktober 2019 über 80 Gäste an einen ganz besonderen Ort zog: in das „Sakrale Schaudepot“ im Kraiburger Bischof-Bernhard-Haus, das heuer mit einer Auszeichnung beim Deutschen Innenarchitekturpreis geehrt wurde. Zu Beginn des rundum gelungenen Abends – es gab zudem Black Angus Rinderfilet – führten die Innenarchitektin Tina Halmbacher von ARIS Architekten sowie Kunsthistorikerin Dr. Natalie Glas durch das Schaudepot und informierten sowohl über das Ausstellungskonzept als auch über die Exponate, darunter Monstranzen und Messgewänder, Skulpturen und Gemälden bis hin zu Innenausstattungen der insgesamt 16 Filialkirchen des Pfarrverbands. Zeit blieb auch für einen Abstecher in die Sonderausstellung, die die reiche Geschichte des ehemaligen Handels- und Gasthauses zeigt. Als zweiten „Architekturgang“ stellte dann der Dachauer Innenarchitekt Bernhard Rückert sein „Haus am Bach“ vor, ein Einfamilienhaus mit cleverer kompakter Raumanordnung, minimierter Haustechnik und fließenden Räumen, das 2015 mit dem Deutschen Innenarchitekturpreis ausgezeichnet wurde. Als ein Werk, das sich momentan noch in der Sanierung befindet, präsentierte der Münchner Architekt Christoph Wollmann danach das Asamgebäude, ein Baudenkmal direkt im Herzen der Freisinger Altstadt. Vor etwa zehn Jahren hatte das Büro Wollmann und Mang Architekten den Architektenwettbewerb gewonnen, die umfangreichen Baumaßnahmen schreiben dem Haus nun acht verschiedene Nutzungen ein. Köstliches Dessert-Fingerfood rundete das Architektur-Dinner ab – architektonisch übernahm der Tiroler Architekt Benedikt Gratl den letzten Gang. Er berichtete über die Sanierung des spektakulären Felsenklosters „St. Georgenberg“ in der Wolfs-klamm. Erst seit kurzem sind dort wieder Benediktinermönche beheimatet, nachdem unter schwierigsten Baubedingungen umfangreiche Umbauten vorgenommen wurden. Im Abgang beeindruckten daher nicht nur Gratls Schilderungen über den sensiblen Umgang mit der Bausubstanz, sondern ebenso die erforderliche Baustellenlogistik, die auf einen Hubschrauber zurückgreifen konnte, aber ohne Handyempfang auskommen musste. Architekt Josef Anglhuber vom Kraiburger Büro ARIS, der den Abend moderierte, konnte sich daher über viele positive Rückmeldungen sowohl von Kollegen als auch aus dem „Laienpublikum“ freuen. Schließlich standen – ganz abgesehen von der köstlichen Verpflegung – bei den jeweils 20 minütigen Vorträgen nicht die Fachinformationen, sondern die Geschichte und die Geschichten im Vordergrund. Ein weiteres Architektur-dinner ist daher sicher in Speiseplanung.

DAB 12·19 Text: Katharina Matzig

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